Marketing mal anders…. á la Nepotismus Drucken E-Mail
Facebook & Co. - Facebook & Co.
Geschrieben von: Sarah   
Freitag, 20. Mai 2011 um 19:09 Uhr

eine Unternehmensgründung ist keine einfache Sache. Es gibt da viel zu bedenken, wie z.B. etabliert sich mein Unternehmen überhaupt auf dem deutschen oder internationalen Markt? Ist es überhaupt der richtige Zeitpunkt oder auch die richtige Idee oder ist der Markt davon bereits schon übersättigt?

Stimmen alle Faktoren, so kann man anfangen den Markt zu besiedeln, und wie macht man das am besten? Klar, durch Werbung!

Wer denkt, dass man das über die alten Medien wie  TV, Radio und Papier laufen lässt, der irrt gewaltig. Was vor Jahrzehnten noch als Nischenwerbefläche galt, dem schenkt man gegenwärtig mehr Aufmerksamkeit als je zuvor. Das Internet als Werbefläche ist überall, ob zuhause, im Beruf, auf dem Smartphone – es ist aus dem world wide web nicht mehr wegzudenken.  Eine der neusten Werbeplattformerrungenschaften im Internet ist das „social network marketing“ geworden. Eins der größten vernetzen Flächen bietet Facebook.

Unternehmen auf der Suche nach „Fans“ die ihre Seite „liken“ und auch ihre sozialen Kontakte bzw. Freunde mitbringen.

Nehmen wir mal an, das Unternehmen „Unty“  will sich auf dem deutschen Markt mit einer tollen Idee breitmachen. Sich auf Facebook zu repräsentieren, das ist eine Sache – sich selbst bekannt zu machen ist etwas schwieriger. Es gibt 2 Systeme nach dem Unternehmen arbeiten, um viele „Fans“ auf ihre „Seite“ zu ziehen.

  1. Mundpropaganda – ich erzähle meinen Freunden Max Mustermann und Erika Fictif von „Unty“ und wie toll „Unty“ ist. Damit natürlich meine Freunde dies ihren Freunden mitteilen bedarf es ein bisschen Motivation und so hat das Unternehmen „Unty“ noch einen kleinen Schmankerl in der Tasche, nämlich der nächste Punkt.
  2. Sampling, Produktproben oder Gewinnspiel – das sind die häufigsten Lockmittel, um Fans auf die Seite zu ziehen, die dann ihre Freunde mitbringen – denn wer will nicht was umsonst haben, was er auch gebrauchen kann? Und alles Funktioniert nach Schneeballsystem. Ein Freund bringt 10 Freunde mit, diese wiederum 10 Freunde und so steigert sich die Fananzahl exponential. Je teurer das Abgreifprodukt, mit desto mehr Fans kann das Unternehmen „Unty“ hoffen.

So, „Unty“ veranstaltet ein Gewinnspiel. Beim Erreichen einer bestimmten Fananzahl werden eins oder mehrere Produkte mit einem Wert bis ca. 1000€ unter allen Fans verlost.

Da aber „Unty“ die Werbekosten so niedrig wie möglich halten will veranstaltet es ein sogenanntes „internes Gewinnspiel“, bei dem es keine realen Gewinner gibt, sondern als Beispiel 5 Personen aus dem Unternehmen und Umgebung als Gewinner präsentiert werden, um die Ausgabekosten der Gewinne einzusparen. Denn sein Ziel hat man erreicht, und woran sollten die Fans denn merken, dass es sich nicht um reale Gewinner aus deren Mitte handelt? Und damit das nicht auffällt wird noch ein Gewinner aus der Mitte der Fans gezogen und mit einem „Bagatelle-Gewinnabgespeist.  

Nicht alle Fans sind blöd und fressen alles, was ihnen vorgeworfen wird, sondern hinterfragen merkwürdige Zufälle, die statistisch gesehen unmöglich sind.

So passiert auf einer Facebookseite, die regionale Gutscheine und Rabattaktionen anbietet.

3 Gewinner wurden (scheinbar) aus der Mitte der Fans gezogen.

 


 

Doch im Gegensatz zu allen anderen Fans hatten diese (scheinbaren) Gewinner nur eine einzige Seite, die „geliked“ war, also dessen Fan sie waren, kamen aus der Umgebung des Gewinnspielunternehmens,  besuchten die gleiche Schule wie der Inhaber des Unternehmens oder waren privat mit dem Inhaber befreundet.

 

 
 
der Unternehmer und die Gewinnerin aus dem Freundeskreis!
Der Unternehmer und der vermeintliche Ex-Mitschüler/Freund. Merkwürdig auch, dass die Wohnortangabe "Grevenbroich Kapellen" NICHT im eingeschränktem Profil ersichtlich war! Woher das Unternehmen dies wusste? Kristallkugelsyndrom!
 
eine der Gewinnerin aus näherer Umgebung mit einer "gelikedten" Seite.
 

 

Ein bisschen viel Zufall für eine Wahl unter ALLEN Fans, dass da (scheinbar) Freunde/Ex-Mitschüler/Mitarbeiter als Gewinner gezogen worden sind… oder gab es in Wirklichkeit gar kein Gewinnspiel? Heißt es nicht oft bei Gewinnspielen: „Ausgeschlossen sind Mitarbeiter, daran beteiligte Dienstleister und Sponsoren sowie deren Angehörige…“.

Statistisch gesehen ist liegt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass 3 Gewinner von 1000 Fans zu der Kategorie Sponsoren, Mitarbeiter, Freunde oder Familienmitglieder gehören, falls ich mich nicht verrechnet habe, bei 1 : 10.030.070? Bei dem Glück sollte man anfangen Lotto zu spielen!

Ein Sprichwort aus der Statistik besagt: „Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!“

Eine Meinung über Gewinnspiele, bei denen Sponsoren, Mitarbeiter, Freunde, Familienmitglieder gewinnen, kann man sich selber bilden.

Eine Anforderung einer offiziellen Stellungnahme bezüglich des durchgeführten Gewinnspiels auf deren Facebookseite blieb auch nach mehrmaliger Anfrage erfolglos!!

Im Übrigen nicht das einzige Gewinnspiel, das á la Nepotismus funktioniert!

Hier ein anderes Beispiel dafür, scheint wohl nicht unüblich zu sein!

Betrug bei gigalo.de

Betrug bei beenLogged.com 

aus Datenschutzgründen hab ich Namen und Bilder unkenntlich gemacht!

danke @Piri für das zur Verfügung stellen einiger der Screenshots!!

Wenn man als Unternehmen ein Gewinnspiel veranstaltet, dann sollte man u.a. die „Promotion Guidelines“ beachten sowie BGB § 661, BGB § 661a, BGB § 657, StGB § 263!

Habt ihr auch Beispiele für Gewinnspiele, die á la Nepotismus funktionieren? Ich könnte meine Liste erweitern!

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, 27. Mai 2011 um 17:40 Uhr
 

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